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Zentrum für Antisemitismusforschung

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Die Bibliothek

Öffnungszeiten

Mo – Do 10.00 – 17.00 Uhr
Tel.: (030)314-23908

Ansprechpartner

Dr. Marion Neiss

Geschichte/Allgemeines

Die Bibliothek steht allen wissenschaftlich interessierten Benutzern zur Verfügung. Ihren Grundstock bildet eine Sammlung von 3 500 Bänden, zu denen antisemitische Schriften vom 17. bis zum 20. Jahrhundert ebenso gehören wie Klassiker der Antisemitismusforschung. In diesem Bestand spiegelt sich das Spektrum des politischen, religiösen, kulturellen und rassistischen Antisemitismus vor allem in Deutschland, Österreich und Frankreich.

Eine zweite Sammlung von ca. 750 Bänden stammt aus dem 1947 aufgelösten "Kaiser-Wilhelm-Institut für Anthropologie, menschliche Erblehre und Eugenik" in Berlin- Dahlem. Mit den Fächern Genetik, Anthropologie, Völker- und Rassenkunde, Medizin, besonders Erbpathologie, Familien-, Sozial- und Rassenhygiene wurde das Sammelgebiet "Rassismus" durch diesen Bestand wesentlich ergänzt. Gegenwärtig besitzt die Bibliothek ca. 40 000 Bände sowie zahlreiche andere Medien wie Plakate, Flugblätter und Bilderbögen. Rund 180 Zeitschriften werden laufend gehalten.

Thematische Schwerpunkte und vorhandene Sachgebiete:

1.

Quellen und Darstellungen zu den Entstehungsbedingungen, geistigen Grundlagen und historischen Erscheinungsformen des Antisemitismus (mit Akzent auf der modernen Periode seit 1879). Die vorhandenen Quellen dokumentieren vor allem die Entwicklung der Judenfeindschaft im Europa des 19. und 20. Jahrhunderts, von der Entstehung der antisemitischen Bewegung über die nationalsozialistische Judenverfolgung und den Holocaust bis zu den neuen Formen der Judenfeindschaft (z. B. Revisionismus, Antizionismus) in der Gegenwart.

2.

Quellen und Darstellungen zur Beziehungsgeschichte zwischen Juden und Nichtjuden in den einzelnen Ländern (weltweit, Schwerpunkt Europa) seit dem Ende des 18. Jahrhunderts. Gut repräsentiert, auch durch reiches Tagesschrifttum, ist das deutschsprachige Judentum von der Emanzipation bis zur Gegenwart. Die Bibliothek besitzt eine Reihe jüdischer Tageszeitungen, Gemeindeblätter und wissenschaftlicher und kulturpolitischer Zeitschriften und sammelt systematisch Neuerscheinungen zur Regional- und Ortsgeschichte. Lebensberichte zur jüdischen Verfolgungsgeschichte im 20. Jahrhundert (Emigration, Holocaust, Displaced Persons) sind ebenso vorhanden wie Darstellungen zur Wirkungsgeschichte der Shoah (psychische Spätfolgen der Opfer, Verarbeitungsversuche der Katastrophe in der Kultur).

3.

Forschungsliteratur aus verschiedenen Disziplinen zur Analyse der sozialen, sozial- und individualpsychologischen Hintergründe des Antisemitismus und eng mit ihm verwandter, historisch oft mit ihm zusammen auftretender Phänomene, wie z. B. Fremdenfeindlichkeit, Minderheitenkonflikte etc. Standardwerke folgender einschlägiger Forschungsrichtungen stehen zur Verfügung: Vorurteils-, Aggressions-, Autoritarismus-, Faschismus-, Nationalismus-, Rassismus-, Migrations-, Minoritäten-, Imperialismus- und Genozidforschung.