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Zentrum für Antisemitismusforschung

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Christoph Leiska M.A. (geb. Buller)


geb. 1979 in Aachen
1999-2006 Studium der Geschichte, Politikwissenschaft und Publizistik an der Freien Universität Berlin und der Universität Uppsala, Schweden
2002-2005 Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes
Titel der Magisterarbeit: „Allgemeines Licht, allgemeiner Gebrauch“. Der Aufklärer Carl Christoffer Gjörwell und sein Projekt einer schwedischen Enzyklopädie“
Die Arbeit wurde 2007 mit dem „Förderpreis Buchwissenschaft der Medienstiftung der Sparkasse Leipzig“ ausgezeichnet
2007-2010 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum für Antisemitismusforschung im Forschungsprojekt "Antisemitismus in Skandinavien (1879-1914)".
2010-2011 Gastdoktorand im Rahmen des "Guest Scholarship Program" des Svenska Institutet (SI) an der Universität Uppsala, Schweden

Mitglied im Forschungskolleg „Antisemitismus in Europa (1879-1914). Nationale Kontexte, Kulturtransfer und europäischer Vergleich.

Promotionsprojekt:
„Jüdische Integration und Antisemitismus in Skandinavien: Kopenhagen und Göteborg 1879-1914“ (Arbeitstitel)

Das Projekt untersucht die vielfältigen Beziehungen zwischen Juden und Nicht-Juden in den Städten Kopenhagen und Göteborg vor dem Ersten Weltkrieg. Im Zentrum steht dabei die Frage nach Inklusions- und Exklusionsprozessen innerhalb der beiden städtischen Gesellschaften, wobei ein besonderes Augenmerk den Ausprägungen, Funktionen und Wirkungsweisen des modernen europäischen Antisemitismus gilt.

Die Untersuchung hat zu berücksichtigen, dass bereits Zeitgenossen die (eigenen) skandinavischen Gesellschaften als vom Antisemitismus unberührt verstanden wissen wollten. Tatsächlich konnten sich offen antisemitische Bewegungen in den skandinavischen Ländern bis zum Ende des Ersten Weltkrieges kaum durchsetzen. Über die Untersuchung des organisierten, politischen Antisemitismus hinaus fragt die Studie allerdings nach dem alltäglichen Miteinander von Juden und Nicht-Juden in Kopenhagen und Göteborg und nimmt somit das postulierte hohe Integrationspotential der skandinavischen Gesellschaften in den Blick. Die Studie gliedert sich in zwei größere Teilabschnitte, die den beiden fundamentalen Veränderungsprozessen jüdischen Lebens in den skandinavischen Ländern in der zweiten Hälfte des "langen 19. Jahrhunderts" entsprechen: Sowohl das Fallen der letzten rechtlichen Barrieren in der Mitte des Jahrhunderts als auch die spätere jüdische Immigration aus dem russischen Reich bedeuteten fundamentale Veränderungen für die Möglichkeiten und Formen jüdischer Teilhabe als auch für das Sprechen über Juden und Judentum. Im ersten Teil der Studie gilt das Augenmerk den jüdisch-nichtjüdischen Beziehungen in den Bereichen Kommunalpolitik und Zivilgesellschaft und damit in den wichtigsten Arenen städtisch-bürgerlicher Selbstvergewisserung. Im zweiten Teil steht hingegen die lokale, auch innerjüdische, Auseinandersetzung mit der jüdischen Immigration aus dem Russischen Reich im Vordergrund. Die Einwanderungswellen um 1900 stellten die kommunalen Institutionen vor erhebliche Herausforderungen und führten zu Misstrauen und Ängsten innerhalb der städtischen Bevölkerung.

Mit ihrem geographischen Schwerpunkt Skandinavien nimmt die Studie einen international bisher kaum beachteten Zusammenhang jüdischen Lebens in den Blick. Der Blick nach Norden eröffnet darüber hinaus aber auch allgemeinere Einsichten in die Widersprüche gesellschaftlicher Konsensbildung, in den damit verbundenen Assimilationsdruck bzw. der Ausgrenzung des ‚Anderen' sowie in die Handlungsspielräume der als ‚Andere' kategorisierten jüdischen Minderheiten.

Veröffentlichungen:

Rezensionen:

Kontakt:

Christoph Leiska M.A
christoph.h.leiska[at]campus.tu-berlin.de