Frank Görlich M. A.
Immanuel-Kant-Stipendiat des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
geboren 1963 in Meppen/Emsland,
Studium der neueren Geschichte und Soziologie an der TU Berlin.
Mitarbeit an den Forschungsprojekten des Zentrums für Antisemitismusforschung zur Rettung von Juden im nationalsozialistischen Deutschland und des Zentrums für Technik und Gesellschaft der TU Berlin zur sozial- und kulturwissenschaftlichen Rekonstruktion von "Mobilitätsbiographien".
Magisterarbeit zu Volkstumspropaganda, Antisemitismus und Religion in der 1942-1944 in der Südwestukraine erschienenen Propagandazeitung "Der Deutsche in Transnistrien".
Dissertationsvorhaben:
"Ostkolonialismus und Massengewalt. Das Sonderkommando R der Volksdeutschen Mittelstelle in Transnistrien, 1941-1944"Im Mittelpunkt des Forschungsvorhabens stehen die Aktivitäten des Sonderkommando R der nationalsozialistischen Volksdeutschen Mittelstelle im deutsch-rumänischen Besatzungsgebiet Transnistrien während des Zweiten Weltkriegs. Seit August 1941 waren dort etwa 130.000 "Volksdeutsche" einem strikten ethnopolitischen Regime unterworfen und zugleich massiv in die Judenvernichtung einbezogen worden. Ziel der Dissertation ist es, das katastrophale Wirken des SS-Kommandos einer systematischen Analyse zu unterziehen und mit der komplexen Vorgeschichte der bereits 1933/34 einsetzenden politischen Mobilisierung des "Russlanddeutschtum" in Beziehung zu setzen. Interesseleitend ist die doppelte Fragestellung nach dem spezifischen kolonialen Charakter der nationalsozialistischen Volkstums- und Siedlungspolitik in der besetzten Ukraine und ihrer Verbindung mit dem Holocaust. Vor diesem Hintergrund sollen Expertendiskurse, politische Kalküle und Interessenlagen ebenso in den Blick kommen wie biographisch-generationelle Prägungen der Akteure, institutionelle Arrangements und Kooperationsbeziehungen, aber auch situative, alltagskulturelle und kommunikative Aspekte des Germanisierungs- und Gewaltgeschehens vor Ort. Wichtige Quellenbestände sind in diesem Zusammenhang unter anderem bundesrepublikanische Justizakten und Überlieferungen des Stuttgarter Deutschen Auslandsinstituts, des Auswärtigen Amtes und verschiedener Ämter der SS.
Publikationen:
- Volkstumspropaganda und Antisemitismus in der Wochenzeitung "Der Deutsche in Transnistrien" 1942-1944, in: Wolfgang Benz/Brigitte Mihok (Hg.), Holocaust an der Peripherie. Judenpolitik und Judenmord in Rumänien und Transnistrien 1940-1944, Berlin 2009, S. 95-110.
- Der Druckereibesitzer Theodor Görner. Helfer aus antifaschistischer Gesinnung, in: Wolfgang Benz (Hg.), Überleben im Dritten Reich. Juden im Untergrund und ihre Helfer, München 2003, S. 114-136.
- "Wir müssen alle retten" - Das "System Heller" und das Überleben einer jüdischen Familie in Berlin in den Jahren 1941-1945, in: Jahrbuch für Antisemitismusforschung 11 (2002), S. 259-277.
- Retten und Überleben in Deutschland 1933-1945. Datenerhebung und historische Forschung. Konferenz in Bad Homburg vom 28. bis 30.Mai 2001, in: Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, Jg. 49 (2001), Nr. 7, S. 626-630.
Kontakt:
frank.goerlich[at]zfa.kgw.tu-berlin.deTel: 030/ 314 - 79871
