Unterwelten. Kriminalität und Kontrolle in Berlin, 1930 - 1950
Leitung:
Prof. Dr. Wolfgang BenzMitarbeiter:
Dr. Jens Dobler, Dr. Herbert ReinkeKurzbeschreibung
Im Fokus des Forschungsvorhabens stehen die Kontrolle und die strafrechtliche Verfolgung von Verbrechen und Vergehen durch die Kriminalpolizei in Berlin zwischen 1930 und 1950.Über den Zeitraum bis 1945 nahezu gleich bleibend ist das zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung changierende Bild einer effizienten, geradezu übermächtigen aber vor allem unpolitischen und damit ‚unschuldigen' Kriminalpolizei, die die ganze Zeit ‚normale' Polizeiarbeit verrichtet habe. Erst die Forschungen der jüngeren Vergangenheit haben das in Frage gestellt und deutlich gemacht, dass es gerade die Kriminalpolizei war, die die als abweichend etikettierten Bevölkerungsgruppen in die Konzentrationslager verbringen ließ und sie so wissentlich der Ermordung preis gab. Während die Gestapo vorwiegend für die Deportation der Juden und die Bekämpfung vermeintlich politischer Delikte zuständig war, war die Kriminalpolizei für alle anderen Gruppen bzw. für die ‚normalen', nicht-politischen Delikte und die entsprechenden Täterkategorien zuständig: Kriminelle bzw. Straftäter im herkömmlichen Sinne, daneben für "Zigeuner", Asoziale (vor allem Obdachlose, Arbeitslose, Prostituierte) und Homosexuelle.
Straftäter im herkömmlichen Sinne bzw. Kriminelle und der alltägliche Umgang mit kleiner und großer Kriminalität werden im Mittelpunkt dieser Untersuchung stehen.
